Turnfest in Stein (AG)

Das Turnfest 2015 war eigentlich falsch benannt. Vielmehr sollte es sich Festturn nennen. Nicht etwa wegen den Prioritäten, nein, keineswegs. Aber die chronologische Abfolge müsste zu dieser Namensgebung führen. Gut wahrscheinlich war der Turnverein Altdorf mit der Einteilung nicht gerade auf der Sonnenseite des Glücks gestanden und gehörte zu den erlesenen Vereinen, die am Sonntagmorgen an die Säcke mussten. Und das sogar noch zur Prime Time (d.h. „beste“ Zeit, nämlich der erste Wettkampf). Aber alles der Reihe nach…

Für zwei komplett furchtlose Turner startete das Turnfest in Stein (AG) bereits am 13. Juni, also eine Woche vor den Vereinswettkämpfen. Pascal und Phil riskierten eine Teilnahme an den Einzelwettkämpfen. Diese bestanden aus 3 Disziplinen, welche jedoch alle aus 3 verschiedenen Sparten gewählt werden mussten. Somit traten die Wettkämpfer im Steinstossen (Sparte Nationalturnen), im Weitsprung (Leichtathletik) und Unihockey (Spiel) an. Das Training im Vorfeld liessen beide etwas schleifen. Wobei „etwas“ noch recht gelinde ausgedrückt ist. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 25 Grad wagten sich die beidem mal auf das Festgelände, um bei den bereits gestarteten eventuell noch den einen oder anderen Trick abzuschauen. Sie kamen dann aber doch nicht darum herum, doch noch den Schiedsrichter beim Steinstossen nach den wichtigsten Regeln zu fragen. Diese waren allerdings denkbar einfach, sodass sich beide dann relativ schnell an die ersten Stösse heranwagen konnten. Der 12.5 Kg schwere Stein soll halt einfach so weit wie möglich weggestossen werden. Das taten sie dann auch… mit mehr oder weniger Erfolg. Kurz darauf hiess es dann Nagelschuhe anziehen für die Leichtathletik Disziplin. Auch beim Weitsprung wurde eher auf die Erfahrung aus Turnfesten vor x Jahren zurückgegriffen als auf das Training. Hier liessen sich die Resultate aber sehen. Der Schlusspunkt bildete dann die Spieldisziplin, der Unihockeyparcours. Da im Vereinswettkampf auch Unihockey auf dem Programm stand, liessen sich die beiden in dieser Disziplin zu einem oder zwei Trainings hinreissen. Auch hier resultierte eine ganz passable Note.

 

Schlussendlich konnte Pascal mit 19.56 Punkten (133.) und Phil mit 24.65 Punkten (71.) in der Tasche nach Hause fahren. Viel wichtiger waren aber natürlich der Olympische Gedanke und die Gewissheit, dass das Turnfest für die folgende Woche (Vereinswettkämpfe) bereit ist.

http://www.regionalturnfest.ch/rtf2015/images/pdf/Ranglisten/Rangliste_Einzel.pdf

 

Am 20. Juni versammelten sich dann ein paar Turnerinnen und Turner mehr. Um genau zu sein, reisten 20 Personen mit dem Zug nach Stein. Steffi, die 21. im Bunde, wurde im Vorfeld per Los zur Schiedsrichterin auserkoren und reiste separat an. Ihr 10 stündige Schiedsrichterschicht begann auch bereits zu einer eher unchristlichen Zeit. Speziell an diesem Turnfest war sicher, dass der TVA erst am Sonntag im Einsatz stehen musste. Das ist eher ungewohnt, sind sich doch alle eher gewohnt, zuerst zu Turnen und dann zu Festen. So wurde das Turnfest also kurzerhand zum Festturn umbenannt, wobei alle immer die mahnenden Worte des Oberturners im Hinterkopf behielten. So fanden sich aber doch alle spätestens um halb 2 in der Unterkunft ein. Auch Simi war schon dort und schlief, was Mugi aka Marco natürlich sofort und lautlos feststellte.

Nach einer eher unruhigen Nacht (man sagt, die Lüftung hätte Dämmmaterial vertragen können… aber auch einige Holzfäller liessen ihre Motorsägen mehrmals aufheulen),  3 Weckerklingeln und einem finalen Weckruf standen dann alle pünktlich um 7 bereit. Der Zug brachte die 21 Turnerinnen und Turner für’s Frühstück wieder zurück aufs Festgelände, ehe es dann um 9.06 bereits mit dem Wettkampf ernst galt. Die Zeitplanung war doch eher sportlich, denn für’s Einlaufen mussten die 5 Minuten reichen, in denen die Organisatoren noch Sägemehl (vermutlich von den Holzfällern in der Unterkunft) auf dem Schlammbahnen verteilten. Nein, wir waren nicht am Strong Men Run, es war wirklich das Turnfest. Mit 8 Grad und wunderschönem Nieselregen (wunderschön ist natürlich ironisch gemeint) herrschten ideale (erneute Ironie) äussere Bedingungen. Der Start mit dem Fachtest Allround und der Disziplin Goba hat so einigermassen geklappt. Es hätte deutlich schlimmer ausgehen können. Die Nockenschuhe waren zwar schon ein Vorteil, aber auch mit diesem Hilfsmittel latschen alle wie auf Eiern um die Kurven. Auch in der Disziplin Beachball war „eiern“ angesagt. Hier allerdings kann eher mit konstantem Tempo gelaufen werden, was den Spielablauf auf diesem Gelände etwas einfacher macht. Das Resultat im Beachball war sehr gut und es vermochte den einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler im Goba zu kompensieren. Mit 9.01 Punkten darf sich dieses Resultat durchaus sehen lassen.

 

 

Eine 8.62, ich nehms vorweg, wurde im Fachtest Volleyball erturnt. Auch hier waren der Regen und auch die kalten Temperaturen sicher kein Vorteil. Die Abläufe waren aber flüssig und grössere Fehler konnten verhindert werden. Dass ein Ball über den geschätzt ca. 5 Meter hohen Zaun geflogen war, lassen wir jetzt mal als Ausreisser stehen. Trotz ein paar Fehler war die Konzentration stets vorhanden und so darf man sich auch mit der guten Note zufrieden sein.

 

 

Der Fachtest Unihockey wurde zum ersten Mal ins Programm aufgenommen. Ihm galt dann auch das Hauptaugenmerk bei den Vorbereitungen. Die Regeln waren noch nicht ins letzte Detail klar, aber genau deshalb findet man sich ja 5 Minuten vor dem Start auf dem Spielfeld ein. Die netten Schiedsrichter erklärten nochmal geduldig die Regeln und die Punktevergaben. Sämtliche Teams konnten konstant gute Leistungen abliefern. Beim zielgenauen „Zwischen-den-Posten-duren-Schiessen“ liegt bestimmt noch etwas Potential brach, aber für die nächsten Turnfeste wird sicher auch an diesem Manko geschliffen. Mit 8.45 Punkten war Unihockey zwar die schwächste Disziplin, aber für die erste Durchführung ist das doch ein ganz akzeptabler Wert.

Der Oberturner Iwan Arnold war jedenfalls mit dem ganzen Team zufrieden und konnte mit Genugtuung nachlesen, dass das Total von 26.08 Punkten zwar ein tiefer Wert ist, aber im Vergleich doch zum 23. Von 111 teilnehmenden Vereinen gereicht hat.

http://www.regionalturnfest.ch/rtf2015/images/pdf/Ranglisten/Rangliste_Aktivwettkampf_RTF_Stein_2015.pdf

An dieser Stelle nochmal im Namen aller einen herzlichen Dank an Iwan für die tolle Organisation!

 

-- Philipp Arnold 

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