Turnerreise - Survival Weekend 2014

Um gefühlt 3 Uhr morgens (die Uhr zeigte allerdings 7:15 Uhr an) versammelten sich, mehr oder weniger spontan, 15 Turnerinnen und Turner auf dem Feldli Parkplatz. Nach einer kurzen Begrüssung durch das Turnerreise OK Martin Arnold und Iwan Arnold (nicht verwandt und auch nicht verschwägert) , einem kurzen Kaffee und dem Bezug des Reiseuntersatzes (einem bärenstarken Mercedes mit Doppelachsanhänger), ging die diesjährige Turnerreise dann los. Ein Raunen ging durch, als der bärenstarke Mercedes auf die Autobahn Richtung Süden manövriert wurde. Die Spekulationen, dass in diesem Jahr das Wallis als Ziel ausgesucht wurde, erhielten dadurch noch mehr Nahrung. Doch schon bald endete die Autobahnfahrt und es wurde kurviger. Mit dem Sustenpass hatten wohl die wenigsten gerechnet. Eine Ausnahme: Melä wusste natürlich Bescheid. Denn bei ihrem Elternheim in Husen im schönen Meiental endete der erste Abschnitt bereits für eine kleine Kaffeepause mit Gipfeli und Krapfen. Ja, ein richtiges Survival Weekend bahnte sich da an.

 

Schon nach kurzer Zeit (der Zeitplan war sehr eng) ging die Reise über den Susten weiter. Auf der Talfahrt versperrte ein Alp Abzug mit 8 orientierungslosen Kühen und 2 Ochsen (Begleiter), den weg. Ein Ochse hiess Paul und winkte unserem Fahrer freundlich mit seinem Stock zu. Dieser Zwischenfall (und ev. auch selbst die für den bärenstarken Mercedes zu optimistische Routenberechnung) verursachte eine kleine Verspätung im engen Zeitplan. Dies hatte zur Folge, dass keine Zeit für ein Kaffee/Apéro vor der Kraftwerkbesichtigung auf dem Grimsel blieb. Denn sofort stand Paula, unsere Kraftwerksführerin auf dem Platz und begrüsste die Schar. Nach einer mit eindrücklicher Musik untermalten Fernsehpräsentation im Kinosaal 2 führte Paule die 15 Neugierigen in den 2.7 Km langen Stollen unter dem Stausee hindurch. Eigentlich ist es ernüchternd, wie wenig man zu sehen bekommt in einem Wasserkraftwerk. Und doch ist es eindrücklich, wenn man sich die Wassermassen und das in den Berg verlegte Rohrwerk dazu noch vorstellt. Die Turbinen und sichtbaren Leitungen selbst sind einfach grüne Stahlbauten.  Und die Stauseen sind einfach Teil der Landschaft. Wenn man sich aber das ganze komplexe Zusammenspiel anschaut, dann ist das äusserst eindrücklich. Paula wusste dann auch einige nette Hintergrundinfos zu erzählen. Der Minority Report ähnliche Touchscreen unterstütze sie dabei (wir - und schliesslich auch Paula -  nahmen zur Notiz: nur der kleine Bildschirm hat eine Touch Funktion). Am Ende der Führung staunten dann die meisten, als uns Paula die während den Sprengarbeiten gefundene Kristallkluft präsentierte. Wirklich eindrücklich, so eine Kluft mal in Natura zu sehen.

 

Nach dieser Führung führte uns der bärenstarke Mercedes noch ein bisschen weiter in die Höhe, nämlich auf das Grimsel Hospiz, für ein gediegenes Mittagessen. Ein sehr leckeres Menü, speziell auch wenn man bedenkt, dass es sich um ein Survival Weekend handelt. Direkt nach dem fürstlichen Mahl drückte das OK wieder auf die Tube (der enge Zeitplan halt). Bei der Rückfahrt wurden wir auf dem Parkplatz des Hospiz noch freundlich vom lokalen Postautochaffeur (Name leider nicht bekannt, vermutlich Paul) verabschiedet und so führ der bärenstarke Mercedes die Truppe wieder talwärts. Wer sich aber bereits auf sein Suppenkoma eingelassen und in den Schlafmodus eingesunken war, der wurde zuerst von der lauten Musik aus der Boom Boom Box, spätestens aber beim Weckruf „Apéro“ auf dem Parkplatz der Gelmerbahn wieder hochgefahren. Wie wir später auf der Survival Reise noch erfahren konnten: kein Weg in der Schweiz muss länger als 30 Minuten sein.

Die Gelmerbahn war denn auch das nächste Ziel. Mit seinen 106% Steigung (und für die Pappnasen, welche das als unrealistisch und überhängend taxieren wollen: Nein, es sind „nur“ etwas mehr als 45 Grad Neigung), ist diese Bahn die steilste Standseilbahn in Europa.  Mit der Cabriobahn kommt diese Steigung auch sehr schön zu Geltung. Die Fahrt erinnerte, mal von der Geschwindigkeit abgesehen, mehr an eine Achterbahnfahrt im Europapark. Aber alle haben sich getraut (resp. niemand zeige offensichtliche Angst).  Oben angekommen präsentierte sich der malerische Gelmersee (ein Stausee, wer hätte das gedacht). Nach einer kurzen Wanderung und einem Apéro mussten sich die Survivors auch schon wieder in der steilen Bahn in Richtung Tal begeben. Denn die Fahrten dauern nur bis 16 Uhr. Das bekam dann eine andere Touristengruppe zu spüren, welche um 16:15 nicht mehr transportiert werden konnten (und dabei haben die armen Touristen extra noch sooooo pressiert..). Tja, das hätte UNSEREM OK nicht passieren können, denn diese Survival Reise war perfekt geplant (eben ein enger, aber funktionierender Zeitplan).

Der bärenstarke Mercedes konnte somit sein ganzes Können wieder unter Beweis stellen und chauffierte uns, immer noch gelenkt von Märtu, auf den Brünig. Leider musste uns Evi kurzzeitig wegen einer Migräne verlassen. 

Die anderen Überlebenden bezogen dann sofort die Unterkunft in der herrlichen Ferienanlage. 2 Häuser, eine super Lagerfeuerstelle und ein Spielplatz durften wir für die nächste Nacht unser Zuhause nennen. Die Lagerfeuerstelle mit einem absolut Deppensicheren Grill war sicher ein Highlight. Bei diesem grill konnte man nichts, aber auch wirklich gar nichts falsch machen… ausser man liess die Kurbel los und hob den Sicherungsbolzen an, dann gibt’s panierte Schnitzel. Aber das hat ja zum Glück an diesem Abend niemand geschafft. Das CVJM (steht übrigens für „Christlicher Verein 

Junger Menschen“) bietet hier wirklich eine ideale Unterkunft für eine gemütliche Survival Truppe. Beim Grillfest am Lagerfeuer wurde der ereignisreise Tag dann gemütlich beendet.

 

  

 Der Sonntag brachte dann neben einem engen Zeitplan auch ein feines Frühstück. Wie es sich für ein Survival Weekend im Oktober gehört, konnte das Frühstück problemlos im Freien eingenommen werden (frieren musste bei diesen Temperaturen nun wirklich keiner). Nach dem Aufräumen führte uns der bärenstarke Mercedes, diesmal gelenkt von Iwan, weiter vom Brünig an den Lungernersee ins Brünig Indoor. Bei einer digitalen Moorhuhn Jagd im Schiesskino zeigte sich dann, dass die militärische Grundausbildung nicht zwingend ein Vorteil sein muss. Nebst dem Gamerspass durfte natürlich ein Wettkampf (welcher unter absolut fairen Bedingungen stattfand) nicht fehlen. 

Unser Präsident, vorübergehender Besitzer der goldenen Rennschnecke, übergab diese anlässlich dieses Wettkampfs an das OK zurück. Das Schiessduell (5x3 Schüsse auf die 10er Scheibe), wir nehmens vorweg, entschied dann schliesslich das OK Mitglied Märtu für sich. Seine fehlenden militärischen Grundkenntnisse konnte er zu seinem Vorteil nutzen. Die goldene Schnecke jedoch gewann standardgemäss der zweiletzte in der Wertung. Pädi durfte sich als stolzer Gewinner des rassigen Wanderpreises feiern lassen. Er darf nun ein Jahr lang Staub von der Schnecke wedeln.

  

 

 

Nach dem Schiessevent und fuhr der bärenstarke Mercedes die schiesswütigen weiter zu einem herrlichen Ausblickspunkt und anschliessend ins Gasthaus Grossteil, wo wir alle Hindersi-Älplermagronen gegessen haben (ganz wichtig in diesem Satz ist der Bindestrich). Ob jetzt Härdepfu in die Älplermagronen reingehören oder eben nicht, darüber waren sich die Survivors nicht ganz einig, aber gut waren die Dinger auf jeden Fall. Die Turnerinnen und Turner wunderten sich schon ein bisschen, dass das OK das Dessert ausgelassen hatte. Aber 30 Minuten später war die Sache dann klar. Der nächste Programmpunkt im engen Zeitplan war dann die Aeschbach Chocolatier in Root. Bei einer Besichtigung des Schoggimuseums inkl. Degustationen durfte dann jeder seine eigene Schoggi zusammen pflastern. Zum Glück hat niemand gerne Schokolade.

 

 

Auch das engste Programm neigt sich mal dem Ende zu und dem bärenstarken Mercedes drohten die Kräfte auszugehen. Deshalb begab sich der Trupp zurück in Richtung Feldli. Um Punk 17 Uhr beendete das OK mit ein paar netten Worten das Survival Weekend.

Im Namen aller Survivors nochmal einen herzlichen Dank an das OK!

-- 13.10.2014, Philipp Arnold

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